ABOUT JISKA

Bevor sich die Sängerin und Songwriterin JISKA in ihrem wohnzimmerartigen Stuttgarter Proberaum an neue Stücke setzt, geht sie »Melodien sammeln« - im Wald, in der Fußgängerzone, am Ententeich. JISKAs Lieder - nicht nur die entsprechenden Tonfolgen und Rhythmen, auch die Texte - wachsen immer dort, wo Leben, wo Bewegung, wo Austausch, wo Kennenlernen, wo Abschied ist. Sie entfalten eine unwirkliche Zugänglichkeit, weil sie maximal nahbare Geschichten aus vermeintlich banalen Alltäglichkeiten ziehen; weil sie von einem Zwischendurch erzählen, das glamouröse Popsongs oft ausklammern; weil sie sich nicht unnötig aufblasen, kein falsches Drama vortäuschen - »I could take my bike to your place / take up something nice - maybe sushi«. JISKA beweist, dass in jedem noch so formlosen Gespräch mit jahrelangen Friends, in jedem Altersheim-Besuch bei ihrer Uroma, in jedem missglückten Date, sogar in jedem Couch-Gelage mit ihrer Straßenhündin »Greta« ein großer Musikmoment schlummert. Ihr im April 2025 erscheinendes Debütalbum »SOCIALLY AWKWARD« ist eine Sammlung solcher Musikmomente - und eine blumig-beschwipste Ode auf die Unperfektheiten der bittersüßen Sinfonie ‚Leben‘.


Wer JISKA nicht erst seit gestern verfolgt und ihre bisher erschienenen EP’s »Wild Blue Yonder« aus 2022 und »At The Duck Pond« aus 2023 kennt, weiß um den internationalen Appeal ihres zwischen umarmendem Bedroom-Soul und entkrampftem Dreampop beheimateten Sounds. JISKA-Musik, das war und ist die Fusion aus geschmeidigem Bassspiel, funky Rhodes-Melos, angejazzten Akustikgitarren, staubigen Drums und charmanten Streicherflächen. JISKA-Musik, das war und ist diese warme, klare, manchmal zarte, manchmal freche Stimme, die sich hier mit mehrstimmigen Soul-Bögen und da mit schmunzelndem, britisch anmutendem Sprechgesang ans Ohr ihrer Hörer*innen schmiegt. JISKA-Musik, das war und ist die goldene Mitte zwischen federleichter Cosiness und Lilly-Allen-esker Bad-Ass-Attitüde; das war und ist ein bisschen Remi Wolf, ein bisschen Katzenjammer und ein bisschen Rex Orange County. Einerseits tritt »SOCIALLY AWKWARD« in die Fußstapfen von »Wild Blue Yonder« und »At The Duck Pond« - andererseits hat sich JISKA auf ihrer Debüt-LP spürbar neu erfunden.


»SOCIALLY AWKWARD« klingt deutlich bunter, wilder, breiter, auch verspielter und schriller als seine beiden kleinen Geschwister. JISKA hat - getragen von bisher nie da gewesenem Mut - neuen Lärm, neue Unordnung, neue Disharmonien und neue Verquertheiten in ihre Musik integriert. Die schönmelodische Klarheit ihrer Instrumentals wird neuerdings von einem gewissen Straucheln begleitet - zum Beispiel in Form von leicht schiefen, minimal abkippenden Streichern, experimentell gleißenden Chorteppichen oder abirrenden Retro-Spielwaren-Sounds. Hin und wieder macht sich - wie im bereits erschienenen »You Will Be Ok« oder im zackig-verschroben »Falling in Love« - eine an die Olsenbande, Alice im Wunderland und Pippi Langstrumpf erinnernde, heimelig-krumme Orchestralität breit. Wer genau hinhört, kann über die gesamte zehnteilige Album-Tracklist hinweg Geräusche aus dem Paralleluniversum ‚altertümlicher Zirkus‘ vernehmen. Im gut gelaunt flötenden, titelgebenden »Socially Awkward«, das besonders offensiv mit dem Motiv ‚Manege‘ spielt, ist eine Drehorgel zu hören - an anderer Stelle hat JISKA Spieluhren- und Mundharmonika-Sounds versteckt.


Und auch auf inhaltlicher Ebene traut sich JISKA im Zuge von »SOCIALLY AWKWARD« ein gutes Stück weiter aus ihrem Kokon. Sie offenbart neue Kanten und Intimitäten, feiert sich mit einem liebevoll-nahbaren Augenzwinkern als ganz normaler Weirdo. Im aparten Kopfnicker »Run Boy Run« schildert sie ein geflopptes Date - »I am many things but I’m not her«; im von munteren Pfeifgeräuschen begleiteten »Im Sorry« schmunzelt sie über eine emotionale Verstimmung im PMS-Tunnel. Auf lyrischer Ebene ist JISKAs Debütalbum insgesamt mehr wehmütig-wohlige Sitcom als pompöse Hollywood-Romanze - weil es das Strugglen, das Holpern, das große und kleine Scheitern ins Zentrum seiner Dramaturgie stellt. JISKA gelingt es, selbst maximal harte Themen weich und positiv klingen zu lassen; beispielsweise im traurigschönen, in Phasen sphärisch-funkelnden Schlüsselsong »It Was You«, der einen geliebten Menschen auf seinem letzten Weg begleitet - »and when we  write the final chapter / i'll be by right there at your side«. Und dann wäre da noch der hallräumige »Nora’s Song« - ein liedgewordener Brief, in dem JISKA so ehrlich wie verlegen versucht, ihrer jüngeren Cousine hilfreiche Lebensratschläge zu geben.


Dies ist besonders vor dem Hintergrund rührend, dass JISKA selbst gerade Mittzwanzigerin ist. 1999 im Großraum Stuttgart geboren, ist sie vom ersten Atemzug an von Musik umgeben. JISKAs  Großvater leitet eine Musikschule, ihre Mutter und ihr Onkel sind Berufsmusiker*innen, im heimischen Wohnzimmer rotieren unentwegt Blues- und Soul-Platten. JISKA spielt schon im frühen Kindesalter Geige, sieht Backstages von innen, bevor sie ein Schulgebäude betritt, wird im Alter von elf Jahren Bassistin in einer Jugendband. Lange vor ihrem Abitur schreibt sie eigene englischsprachige Texte. Obgleich sie zwischen 2018 und 2020 erfolgreich eine Ausbildung zur Logopädin absolviert, steht die Musik gedanklich stets im Vordergrund. Im Frühjahr 2020 - kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie - traut sich JISKA mit einem ersten Solo-Release in die Öffentlichkeit. Auch wenn ihr Live-Auftritte zunächst verwehrt bleiben, ziehen die folgenden Veröffentlichungen weite Kreise durch die Musik- und Medienlandschaft. Nach Abschluss ihrer Ausbildung verbringt JISKA zwei Monate im spanischen Valencia - hier entsteht die Debüt-EP »Wild Blue Yonder«.


Den darauf erschienenen, unlängst siebenstellig gestreamten Hit »Girl Next Door« hat JISKA nun auch in die »SOCIALLY AWKWARD«-Tracklist verbaut. Infolge von »Wild Blue Yonder« tourt sie mit Betterov und Rhodes durch die Bundesrepublik. Sie rotiert im Radio, wird von Deutschlandfunk Nova für den New Music Award 2022 nominiert, unter anderem bei SWR Kultur porträtiert und ins Förderprogramm »Bandpool« der Popakademie Mannheim aufgenommen. 2023 hängt JISKA ihren Job als Logopädin an den Nagel, um mit freiem Kopf als Musikerin durchstarten zu können. Es folgen Auftritte beim Sziget Festival in Budapest, beim jazzopen in Stuttgart und im ZDF-Morgenmagazin. Im Sommer 2024 beginnt JISKA im Stuttgarter Proberaum, den sie liebevoll »Spielzimmer« nennt, an neuen Songs zu arbeiten - neue Melodien aus dem echten Leben hat sie da längst beisammen. Im Zusammenspiel mit Stamm-Producer Kilian Mohns wächst im Laufe eines intensiven Dreivierteljahres »SOCIALLY AWKWARD«. Im Anschluss an das Albumrelease wird JISKA im April und Mai 2025 erstmals auf Solo-Tournee gehen.